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Untersteuern und Übersteuern

8. Mai 2008

Überhöhte Geschwindigkeit ist ein Grund, warum im Straßenverkehr immer wieder Unfälle passieren. Dabei kommt es oft dazu, dass die Haftungsgrenze der Reifen überschritten wird und das Auto aus der Kurve fliegt.

Wir, als Autofahrer, fahren nicht auf Schienen; das Auto entwickelt ein Eigenlenkverhalten: Übersteuern und Untersteuern.

Generell ist dies ganz normal, wird aber genau dann gefährlich, wenn die Situation des "Ausbrechens" unbekannt ist und man falsch reagiert.


Untersteuern

Was ist Untersteuern und warum kommt es dazu?

In der Regel tendieren front-angetriebene Autos zum Untersteuern. Wird die Haftungsgrenze der Vorderreifen überschritten, weil zu hohe Längs- und Querkräfte wirken, beginnen die Reifen zu rutschen: das Auto schiebt über die Vorderachse.

Wie reagiert man am besten darauf?

Das Problem haben wir erkannt: Die vorderen Reifen haben ihren Grip verloren. Also müssen wir die auf die Reifen wirkenden Kräfte verringern: Fuß vom Gas, auskuppeln und den Lenkeinschlag ein wenig zurücknehmen. Man sollte es vermeiden stark zu bremsen, weil sonst wiederum die Verzögerungskräfte zu einem Verlust an Haftung führen.


Übersteuern

Und was passiert hier?

Hier ist es genau umgekehrt: Die Hinterräder verlieren ihre Haftung zum Boden und das Heck bricht aus. Der Haftungsverlust kann bei Hecktrieblern daher kommen, dass zu hohe Beschleuniguns- und Seitenführungskräfte das Traktionslimit überschreiten: der Beginn eines unfreiwilligen Drifts.
Leider ist der Gedanke verbreitet, dass ein Fronttriebler nicht übersteuern kann. Weicht man aber zum Beispiel einem plötzlich auftretenden Hindernis aus und bremst dabei stark, können auch hier die Hinterräder ihren Kontakt zur Straße verlieren.

Und dann?

Dann heißt es: Fuß vom Gas, Kupplung treten und schnell gegenlenken. Das Prinzip ist bekannt: die Längskräfte werden minimiert und durch das Gegenlenken versucht man das Auto abzufangen, damit es nicht zu einem Dreher kommt.


Das ESP

"Mein Auto hat ESP, da kann ich dann auch etwas schneller fahren. Da passiert normal nichts", hat einmal jemand zu mir gesagt. Zugegeben, er hat auch noch keinen Unfall gebaut, was nicht zuletzt daran liegt, dass er wirklich gut fahren kann.
Dennoch sollte man sich nicht auf diese elektronischen Hilfen verlassen; auch wenn sie in kritischen Situationen einspringen, können sie auf keinen Fall die Grenzen der Physik verschieben.



Genug der Theorie.
Wer es lernen will, sollte an einem Fahrsicherheitstraining teilnehmen. Denn nur wer Situationen erfährt, weiß wie man reagieren muss. Autofahren ist Gefühlssache, und das heißt, man muss die Situation gefühlt haben.


von Alexander Feltes