langweilig

Deutschland mag's langweilig

28. April 2008

Sonntagnachmittag. Draußen regnet es. Der Blick ins Fernsehprogramm ist nicht schöner als der Blick nach draußen.
Zuerst sehe ich mir eine Comedyserie an: Vielleicht liegt es an meiner eingeschränkten Intelligenz, oder meinem fehlenden Humor, aber lachen, das kann ich über die Sketche nicht. Also entscheide ich mich schnell umzuschalten, um nicht einzuschlafen.
Auf anderen Programmen laufen Automagazine; leider muss ich feststellen, dass die Geburtstagsparade der Queen interessanter ist. Trotzdem schalte ich nicht um. Gut für mich, denn so erfahre ich, dass der 3,6 Liter-Motor bei dem neuen 415 PS starken Porsche GT3 die Höchstdrehzahl nun bei 8400 erreicht, während es beim Vorgängermodell gerade mal 8200 Umdrehungen pro Minute waren. Diese hohen Drehzahlen können nur durch die Reduzierung der bewegten Massen erreicht werden.
Aha! Das sind doch ein paar handfeste Informationen, die für die meisten Zuschauer wichtig sein könnten, da sie sich ohnehin demnächst einen Porsche GT3 zulegen wollten.

Es kommt mir vor, als ob man versucht, die Berichte möglichst uninteressant zu machen: Kofferraumvolumen, Preis, Ausstattung und natürlich der Spritverbrauch. Das sind doch Fakten, die jeder bei Bedarf selbst nachschauen kann.

Wenn Ihr Euch eine Autosendung anschaut, wollt Ihr da nicht auch unterhalten werden? Faszination erleben? Und warum soll man nicht auch mal dabei lachen dürfen? Gerade bei der Vorstellung von Sportwagen, die die Herzen von Autojunkies höher schlagen lassen, muss ich mich immer wieder wundern, mit welch emotionslosen und eintönigen Stimmen die Moderatoren ihre Texte ablesen. Da ziehe ich den Hut vor all denen, die dabei nicht einschlafen.

Wir möchten das Thema Auto von einer humorvolleren und vor allem emotionaleren Seite belichten. Erwartet hier bei Traction Control keine Informationssendung oder riesige Datenberge. Erwartet mehr.


von Alexander Feltes